Wir verwenden Cookies zur Unterstützung technisch essenzieller Funktionen. Diese Cookies sind zur korrekten Funktion der Website notwendig.

Zudem verwenden wir Cookies für anonyme, statistische Auswertungen mit Hilfe von Matomo. Diese können akzeptiert oder abgelehnt werden. Wenn Sie dieses Banner ignorieren, wird dies ebenfalls als Ablehnung gewertet.

Die einmal getroffenen Einstellungen können jederzeit auf der Seite Datenschutz geändert werden, die Sie über den Fußbereich der Website erreichen. Dort finden Sie auch die vollständige Datenschutzerklärung mit weiterführenden Informationen zum Thema.

Design

Casual Mondays

In einer Zeit, in der viele von Zuhause aus arbeiten, hat sich auch unsere Einstellung zum perfekten „Büro-Outfit“ geändert. Der morgendliche Griff in den Kleiderschrank geht gezielt am formellen Anzug vorbei und auf Schuhe wird teilweise ganz verzichtet. Folglich bleibt die Nachfrage für Businesskleidung weitestgehend aus und gemütliche Loungewear findet reißenden Absatz. Aber man sitzt ja nicht im Schlafanzug vor dem Laptop – oder etwa doch?

Ganz so weit gehen dann doch die wenigsten. Das neue Stichwort lautet „hybride Kleidung“: Sie ist ausreichend seriös, sitzt gut und ist dabei traumhaft bequem – perfekt also fürs Homeoffice und auch für den kurzen Ausflug in den Supermarkt.

Ob deshalb nun alle Anbieter formeller Businesswear komplett auf Loungewear umsteigen sollten, bleibt abzuwarten. Fest steht aber, dass sie den Trend hin zu Jersey, Sweat und Stretch ernst nehmen sollten. Denn es hat ein Umdenken stattgefunden. Entgegen der inzwischen berüchtigten Aussage des bekannten, deutschen Modedesigners Karl Lagerfeld: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“, gehört diese mittlerweile bei vielen zum Arbeitsalltag.

Auf die Einstellung kommt es an

Mehreren in der Zwischenzeit durchgeführten Studien zufolge, arbeiten wir produktiver, wenn wir bürotauglich angezogen sind. Doch was bedeutet „bürotauglich“ in Zeiten von Homeoffice konkret? Eine kleine Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis zeigt, dass es ganz unterschiedliche Interpretationen und Vorlieben gibt. Dabei haben sich im Großen und Ganzen drei verschiedene Typen herauskristallisiert.

Nr. 1: „Typ Tobi“

Für unseren Kollegen Tobi hat sich quasi nichts geändert. Er ist überzeugt, dass er mit seriöser Kleidung produktiver arbeitet. Dementsprechend hat das Homeoffice keinen Einfluss auf seine Kleidungswahl am Morgen. Die Trennung von Arbeit und Freizeit ist ihm besonders wichtig, weshalb er erst nach Feierabend in die Freizeitkleidung wechselt. Für wichtige Termine zieht er sogar ein Jackett über und rundet das Ganze mit den passenden Schuhen ab – nur so fürs Gefühl.

 

Nr. 2: „Typ Alice“

Alice sieht das anders. Sie nimmt zwar keinen Zusammenhang zwischen ihrer Produktivität und ihrem Outfit wahr, für das eigene Wohlbefinden kleidet sie sich aber trotzdem stets bürotauglich. Mit einer Ausnahme: An den Füßen darf es etwas gemütlicher sein.

 

Nr. 3: „Typ Paul“

Paul ist überzeugt, dass seine Leistung überhaupt nichts mit seiner Kleidung zu tun hat. Nur wohlfühlen will er sich. Aus diesem Grund arbeitet er die meiste Zeit in Loungewear, beispielsweise in Jogginghose und Baumwollshirt. Für einen wichtigen Termin wird dann schnell ein Hemd übergestreift, das im Anschluss aber sofort wieder verbannt wird.

 

Das neue Must-Have: Ein Video-Call-Hemd

„Typ Paul“ steht keineswegs alleine da. Das sogenannte Blended Working hat durch Homeoffice zweifellos zugenommen, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. So haben viele das sogenannte „Zoom Shirt“ griffbereit, für den Fall, dass ein Termin oder auch ein spontaner Videoanruf ansteht.

Was mit einem anderen Hemd für jeden einzelnen Wochentag begonnen hat, entwickelt sich aber häufig zu einem oder zwei Standardhemden oder Blusen, die abwechselnd im Einsatz sind. Meist hängt das bevorzugte Vorzeige-Kleidungstück schon griffbereit an der Tür oder über dem Stuhl.

Doch auch bei dieser praktischen Lösung gibt es das ein oder andere zu beachten: Das perfekte Video-Call-Shirt muss ein paar wichtige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören beispielsweise ein zeitloses Design und ein Material, das häufig gewaschen werden kann und nicht knittert. Auch bei der Farb- und Printauswahl ist Vorsicht geboten. Dünne Streifen oder minimalistische Muster sind eher ungeeignet für die Videokonferenz, da sie verschwimmen und zur Ablenkung werden können. Zusätzlich sollte die Farbwahl den Lichtverhältnissen angepasst werden, um eine unnatürliche Hautfarbe oder ein überbelichtetes Bild zu vermeiden. Es ist deshalb ratsam, ein schlichtes, zeitloses Farbschema und ein simples Muster zu wählen. Für die, die es lieber etwas auffälliger mögen, können schöne Details am Kragen oder Bündchen oder besondere Taschen für Auflockerung sorgen.

Und in Zukunft?

Im Homeoffice zeigt sich also, dass jeder arbeitstaugliche Kleidung anders interpretiert, und dass diese Interpretation nicht immer dem entsprechen muss, was gemeinhin als „bürotauglich“ angesehen wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich unser Kleidungstil fürs Büro entwickelt, wenn wir das Homeoffice wieder öfter verlassen. Vielleicht wird die große Auswahl an Business-Hemden und -Blusen im Schrank ja in Zukunft tatsächlich überflüssig. Wir sind gespannt und freuen uns auf kommende Trends.

Quellenangabe:

Trend-Ausblick 2021: Mode im und nach dem Homeoffice, harpersbazaar.de, 2021
Mode fürs Homeoffice: Wie die Coronakrise unseren Stil beeinflusst, DER SPIEGEL, 2020
The Video Call Is Starting. Time to Put on Your Zoom Shirt, The New York Times, 2020
Homeoffice: Arbeiten in Jogginghose verschlechtert die Leistung, Berliner Morgenpost 2021